Für die Entkalkung selbst gibt es zwei Wege. Fertige Entkalker auf Zitronensäure- oder Amidosulfonsäurebasis sind zuverlässig und greifen die Dichtungen nicht an. Alternativ kann eine Lösung aus Zitronensäure und warmem Wasser verwendet werden, etwa ein Esslöffel Säure auf einen halben Liter Wasser. Essig ist möglich, aber wegen des Geruchs und der aggressiven Wirkung auf Gummidichtungen weniger empfehlenswert. Die Mischung in den Wassertank geben und den Entkalkungsmodus starten. Fehlt dieser, die Maschine wie beim normalen Brühen einschalten und die Flüssigkeit in mehreren Intervallen durchlaufen lassen. Zwischen den Durchgängen jeweils einige Minuten warten, damit die Säure den Kalk anlösen kann.
Kalk ist kein Schmutz, der sich einfach wegspülen lässt. Er entsteht, wenn hartes Wasser im Boiler erhitzt wird: Kalzium- und Magnesiumionen fallen als feste Kristalle aus und setzen sich an Heizstäben, Thermoblockwänden und in engen Ventilkanälen ab. Diese Schicht wächst nicht linear, sondern beschleunigt sich, weil Kalk porös ist und neue Ablagerungen besser haften. Wer den Automaten wochenlang nur mit klarem Wasser spült, entfernt oberflächliche Rückstände, aber nie die feste Kruste im Inneren.
Was im Boiler passiert, wenn die Entkalkung aufgeschoben wird Die verkalkte Heizfläche leitet Wärme schlechter. Der Temperatursensor misst weiterhin die Wassertemperatur, nicht die Wandtemperatur. Die Steuerung heizt länger, der Druck steigt, das Wasser verdampft ungleichmäßig. Typische Folgen: Das Kaffeemehl wird teilweise extrahiert, der Espresso schmeckt dünn und sauer, die Crema bleibt aus. Gleichzeitig arbeiten Pumpe und Überdruckventil häufiger, was den Verschleiß erhöht.
Bevor überhaupt entkalkt wird, muss das Gerät vom Stromnetz getrennt und die Wasserzufuhr geschlossen werden. Bei elektronischen Geräten ist zusätzlich der Stecker zu ziehen, nicht nur der Schalter an der Wand. Danach lässt sich die Wasseranschlussleitung lösen und der Wärmetauscher entnehmen. Wichtig: Niemals mit scharfen Gegenständen im Inneren kratzen. Die Heizwendel ist dünnwandig und verbiegt schnell. Ein Kratzer oder eine Verformung führt später zu Hotspots, das Gerät fällt aus, und die Reparatur ist teurer als die regelmäßige Pflege.
Was im Topf und in der Leitung tatsächlich zurückbleibt Nach dem Abkühlen kann ein Teil des ausgefallenen Kalks wieder in Lösung gehen, aber nicht der gesamte. Ein erheblicher Anteil bleibt als hartnäckiger Belag haften. Das abgekochte Wasser ist also nicht weicher, sondern ärmer an gelöstem Calcium, während der Kalk sich an Oberflächen absetzt. Für die Wasserhärte im Sinne der Waschmittelwahl ändert das kaum etwas, denn die Härtebildner sind weiterhin im System vorhanden, nur an anderer Stelle.
Wenn der Automat trotz Entkalkung weiterhin schwach läuft, ist die Verkalkung bereits zu weit fortgeschritten. Dann hilft nur eine mechanische Reinigung oder der Austausch betroffener Bauteile. Vorbeugen ist günstiger: Wasserfilter verwenden, den Tank nicht mit warmem Wasser füllen und die Maschine nach jedem Bezug kurz spülen. Wer diese drei Punkte ignoriert, zahlt am Ende mit Reparatur oder Neukauf.
Metallischer Geschmack entsteht häufig durch Korrosion in verzinkten Stahlrohren, besonders wenn diese älter sind und das Wasser lange darin steht. Auch neue Kupferrohre können anfangs Metall abgeben. Ein muffiger Geruch dagegen weist oft auf Bakterien oder Algen in der Installation hin – etwa in einem Warmwasserboiler, der auf niedriger Temperatur gehalten wird, oder in einer lange ungenutzten Leitung. Ein weiterer Kandidat: der Wasserfilter, der zu lange nicht gewechselt wurde. Prüfen Sie, wann zuletzt Boiler, Filter und Armaturen gewartet wurden. Bei Warmwasser reicht oft schon eine Temperaturerhöhung auf über 60 Grad, um Keime abzutöten, aber Vorsicht vor Verbrühungen.
Regenwasser aus der Tonne ist nicht keimfrei. Steht es länger als zwei Wochen, können sich Bakterien und Algen vermehren. Für ausgewachsene Gartenblumen ist das unproblematisch, bei Sämlingen und Jungpflanzen sollte man frisch gesammeltes Wasser bevorzugen. Wer das Wasser für empfindliche Topfpflanzen nutzt, gießt besser morgens, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen und Pilzkrankheiten keine Chance haben. Ein weiterer typischer Fehler: Das Wasser direkt aus der Tonne über die Blüten schütten. Besser ist es, am Wurzelbereich zu gießen, sonst verfaulen Knospen und Blüten.
Viele Nutzer entkalken erst, wenn die Maschine bereits langsamer läuft. Das ist der falsche Zeitpunkt. Besser ist ein fester Rhythmus, abhängig von der Wasserhärte: Bei hartem Wasser alle vier bis sechs Wochen, bei weichem Wasser alle zwei bis drei Monate. Entscheidend ist nicht die Anzeige, sondern die tatsächliche Nutzung. Wer täglich mehrere Tassen brüht, muss häufiger entkalken als ein Gelegenheitstrinker.
Hartes Wasser hinterlässt im Durchlauferhitzer Kalk. Der Kalk setzt sich an den Heizstäben und in den Rohrleitungen ab, weil dort das Wasser beim Erhitzen ausgast und Calciumcarbonat ausfällt. Die Folgen sind bekannt: Das Gerät braucht länger, um das Wasser zu erwärmen, der Durchfluss sinkt, und irgendwann schaltet die Überhitzungssicherung ab. Wer selbst etwas tun will, sollte zuerst verstehen, welcher Gerätetyp vor ihm steht. Ein hydraulischer Durchlauferhitzer arbeitet mit einer Membran, ein elektronischer mit Sensoren und Leistungselektronik. Beide reagieren unterschiedlich auf Kalk und auf unsachgemäße Eingriffe.