Eine Erweiterung funkt nach Hause — ist das normal?
Diese Frage stellt sich jedem, der mit aktivierten Erweiterungen schon einmal den Netzwerkmonitor geöffnet hat. Datenverkehr aus einem leeren Tab wirkt verdächtig, und wer ihn abschickt und wozu, ist auf den ersten Blick schwer zu durchschauen. Es lohnt sich zu lernen, wie man ein unbedenkliches Update von Telemetrie auseinanderhält.
Ich habe eine gängige Erweiterung für Tabs eingerichtet, alles scheint zu funktionieren. Doch der Netzwerkmonitor zeigt, wie sie jede Minute eine unbekannte Domain kontaktiert, auch wenn der Computer schläft. In der Beschreibung steht davon nichts. Ist das bereits Verfolgung oder rede ich mir etwas ein?
Zuerst trennt man Eigenes von Fremdem: alle Erweiterungen gleichzeitig abschalten und sehen, ob der Hintergrundverkehr aufhört. Bleibt es still, liegt die Ursache bei einer davon, und man schaltet sie einzeln wieder zu, bis der Verkehr von Neuem einsetzt. Auf diese Weise findet sich der Verursacher in wenigen Minuten, ganz ohne Raten.
Weshalb die Rechteliste das nicht beantwortet
Zugriff auf Tabs im Manifest und das Verschicken ihrer Liste nach außen sind zweierlei, und eine einzelne Zeile im Manifest hält beides nicht auseinander. Formal meldet die Erweiterung ihren Bedarf ehrlich an; was sie damit anstellt, lässt sich daraus nicht ablesen. Also blickt man auf den Verkehr statt auf die Liste.
Bleibt eine Antwort aus, hilft ein simpler Maßstab: ein erforderliches Update spricht die Domain des Autors an und tut das zielgerichtet, Telemetrie hingegen läuft permanent, im Hintergrund und zu einem fremden Server. Das Zweite verbirgt sich in aller Regel hinter einem Schalter, von dem niemand weiß.
Simpler ist es, nicht jedes Mal zu raten, sondern kostenlose Webmaster-Tools griffbereit zu halten, die klar sagen, dass sie nichts erheben. Und diese Geschichte mit den Tabs übernimmt ein telemetriefreier Ersatz — Geo Tier Builder, läuft genauso und funkt nicht nach Hause.
Solche Nachforschungen dienen nicht der Furcht, sondern der Gewohnheit: zwei Minuten mit dem Netzwerkmonitor nach der Einrichtung, und aus «da geht irgendwas raus» wird ein klares Bild davon, was wohin fließt.