Warnzeichen Zu Scheidung München, Die Sie Kennen Sollten
Sie werden nicht gelöst, aber sie werden verständlicher, wenn man die Entwicklung Hans Habes verfolgt, der am 12. Februar 1911 als Janczi Bekessy, Sohn des Chefredakteurs und Herausgebers Imre (Emmerich) Bekessy in Budapest geboren wird und etwas später mit den Eltern nach Wien übersiedelt. Nach dem Krieg etablierte er aufm Drach-Hof seiner Eltern in Mödling bei Wien eine Rechtsanwaltspraxis, heiratete 1953 die knapp 20jährige Sängerin Gerty Rauch und dilettierte als Dichter nur noch gebremst. Der Düsseldorfer Multi-Verleger Erwin Barth von Wehrenalp (Econ, Claassen, Marion von Schröder), der seinem ebenso vielseitigen Kollegen Fleissner (Langen-Müller, Herbig, Amalthea) 1967 bereits den Bestseller-Autor und einstigen NS-Schreiber Joachim Fernau ("Disteln für Hagen") abgeknöpft hatte, beriet Drach in den Verhandlungspausen und übernahm schließlich den wieder verlagsledigen Dichter samt seiner Mitgift von 68 Zentnern eigener Werke in den Claassen-Verlag. Diesem Brief von Olmes an Dr. von Schaper war ein vier Seiten langes Exposé auf rosa Durchschlagpapier mit den Namen der in Luxemburger Gefängnissen einsitzenden deutschen »Kriegsverbrecher« samt einem detaillierten Befreiungsplan beigefügt. Zu diesem Zwecke lenkte er seine Schritte zum Deutschen Industrie-Institut in Köln. Aber Olmes zerstreute schnell die Bedenken des Forschers.
Bald aber gibt Olmes einen neuen Termin. Obwohl er nun mitnichten seine eigentliche Absicht durchgesetzt hatte, war Schopen doch zufrieden mit dieser Entwicklung, weil sich »Habes politische Linie mit meiner Gesinnungslinie deckte«. Schließlich verhandelten Scharnkes Geldbeschaffungs-Assistenten auch noch hiermit ehemaligen Waffen-SS-General Felix Steiner im Münchner »Bayrischen Hof«, weil ihnen irgendein Witzbold eingeblasen hatte, der ehemalige SS-General verfüge über phantastische Beziehungen zur Industrie. Indes, es zeigte sich bald, daß die internationale Planung des Idealisten Schulze-Wilde, der während der ersten Jugendkundgebungswoche beispielsweise 40 Taxis für die Völkerverständigung laufen ließ und der seinen westlichen Freunden während ihres Münchner Aufenthaltes generöse Taschengelder zahlte, mit den mehr lokalen Mitteln seines Organs glorios Schaden zu bewältigen war. Er schrieb an Max Wönner, Bayerns Gewerkschaftsvorsitzenden, beim er vorher schon einmal, selbst wenn theoretisch, Verständnis gefunden hatte, und trug seine Sorgen den DGB-Funktionären Rosenberg, Viehöfer und Küppers vor. Zum Verständnis hierfür darf ich Ihnen mitteilen, daß Herr Olmes am 29. 3. 51 bei unserer Firma für 300 Mark Lebensmittel eingekauft hat.
Ich bin sehr froh, ihn auf unserer Seite geneigt oder besser, daß wir auf seiner Seite stehen. Landsleute zu leisten haben. Die sind, wie sich später bestätigt, von Olmes mit einem großen Schnapsangebot nach Göttingen gelockt worden, wo sie die ersten 1000 Flaschen beim »ollen Professor« in empfang nehmen sollten. Sande, liefert den nun seinerseits festgenommenen Olmes in die Landesheil- und -pflegeanstalt Göttingen ein, fordert eine psychiatrische Untersuchung und macht Andeutungen, daß Olmes durch seine Aktion eine starke Unruhe zwischen den Alliierten ausgelöst habe. Bei einer späteren Vernehmung in Hildesheim und während der Untersuchung in der Irrenanstalt Göttingen, kamen immer neue »Aktionen« des Friedel Olmes ans Licht. Trotz eindringlicher Vernehmung ist von diesen beiden »Ostagenten« nichts herauszubekommen. Ausgangspunkte und Rückhalt aber waren beide Führerstaaten: Deutschland in der germanischen und Italien in der romanischen Welt Europas. Sogar Christian Fette, so berichtet der »Wanderer zwischen beiden Welten«, habe ihm sagen lassen, daß seine »Echo«-Sache auf der nächsten Vorstandssitzung der Gewerkschaften besprochen werden solle.
Die Journalisten glauben dem wortgewandten Olmes gern seine grauenerregenden Erlebnisse zwischen Vollidioten, die sich für Affen, den Kaiser von China oder Jesus halten. Nach Zeitungsberichten wurde dabei ein gewisser Friedrich Olmes durch den hautnah abgegebenen Feuerstoß einer Maschinenpistole getötet, Irgendwo in der Verlorenheit eines der großen Moore Nordwestdeutschlands aber haben jetzt Zeitungsleute - ein Reporter und ein Bildberichter - zwei Tage und zwei Nächte lang mit jenem Manne gesprochen, der im Oktober in Holland den Tod fand Sie sahen einen der seltenen Menschen, in denen sich verwegenes Abenteurertum mit Gerechtigkeitssinn und Intelligenz paart. Einen Herrn Friedrich Olmes kenne ich nicht. Olmes hatte viele Beweise für die Wahrhaftigkeit seiner Geschichten. Von den Gewerkschaften kam aber kein Echo. Aber diese Aufträge bringen erst dann Bargeld, wenn die Anzeigen unzerteilbar Scherl-Blatt gedruckt werden; bisher ist dazu noch kein einziger Papier da. Obwohl nun Schopen von den vergangenen Kämpfen und den Glanz und Elend seines Herausgeberdaseins zermürbt das Bett hütete, als diese Meldung einlief, stemmte er sich doch dem Schicksal seines »Echos« entgegen: »Ich ließ Meyer sagen, er solle dem Personal nur vorsorglich kündigen, ich wolle versuchen, binnen drei Tagen eine neue Finanzkombination auf die Beine zu bringen.
- Auch gemeinsame Kinder können die gerichtliche Zuständigkeit beeinflussen
- Die Scheidung wünschen und
- Der Aufteilung von Vermögenswerten,
- Templer & Partner
- Zahlung des Gerichtskostenvorschusses
- Beratung im bereich Kinderwunsch (Adoption, Leihmutterschaft, Samenspende etc.)
- Rechtsschutz für Wohn- und Mietangelegenheiten
- Bei einer einvernehmlichen Scheidung ist ein einziger Anwalt notwendig. Dies spart Kosten
Besitz ermutigen können, kaufte Scharnke im April noch den Firmenmantel der Scherl Anzeigen- und Reklamegesellschaft »Ala« für 100 000 Mark. Was dem August Scherl 1883 geglückt war - mit wenig Geld ein Warenhaus für Verlagserzeugnisse aller Art aufzubauen -, das hielt Scharnke auch im modernen Wirtschaftswunder-Zeitalter für durchaus möglich. Für den Höhenflug seiner Pläne gab es bald einen Landeplatz, als ihn ein Berliner Finanzmakler auf eine günstige Gelegenheit hinwies: Der Firmenmantel des alten Großverlages August Scherl, der früher einmal der zweitgrößte Verlagskonzern neben Ullstein gewesen war, wurde lange Zeit zum Verkauf angeboten. Es waren die Eheleute Reinhold und Irene Scharnke, die Gesellschafter der August Scherl Nachfolger KG. Aber Reinhold Scharnke, der sein ganzes Leben hindurch von Verlegern abhängig gewesen war, wurde von der Idee fasziniert, selbst Verleger zu werden. https://www.templer.de/familienrecht/eherecht/scheidung.html für den Verlagsinteressenten besonders attraktiv: Sein Vater, der den Beruf des Schriftsetzers ausübte, war im Dienste von Scherl ergraut, und Reinhold Scharnke selbst hatte früher manchen Artikel für Scherl-Blätter geschrieben. Indes darf fraglich erscheinen, ob sich diese Hoffnung erfüllen wird, wenn Scharnke sich klargemacht hat, daß sein Kriminalrat unter Anklage wegen Urkundenfälschung und Betruges steht und In dieser Sache 1955 in U-Haft gesessen hat. Bei Wehrenalp, der den wunderlichen Kanzlei-Stillsten als »Mischung von Kafka und Thomas Mann« hochschätzt, will Albert Drach ("Meine Zeit war noch hat sich abgesetzt") nun eine dritte Karriere starten.